Zillertal 2007
3.Tag *Grossglockner I*: 311 km
Zell am Ziller -> Gerlospass ( 1628 m ) -> Mittersill -> Bruck an der Grossglocknerstrasse -> Grossglockner Hochalpenstrasse ( 2571 m ) -> Iselsbergpass ( 1204 m ) -> Lienz -> Matrei in Osttirol -> Felbertauernstrasse ( 1650 m ) -> Mittersill -> Gerlospass ( 1628 m ) -> Zell am Ziller
Als ich um 7 Uhr noch im Halbschlaf auf dem Balkon nach dem Wetter schaute, lief Olaf schon winkend am Haus vorbei und joggte noch eine Runde. Na ja, jeder wie er es mag - ich bleibe lieber eine Stunde länger liegen...
Bei herrlichem Wetter starteten wir um halb Zehn wieder in Richtung der Gerlos Alpenstraße. Ein Tagesticket kostet hier 4 Euro, wie der Name schon sagt, braucht man für den Rückweg am gleichen Tag nichts bezahlen. Ein kleiner Tipp am Rande: Beim ADAC gibt es Tourentickets für den Grossglockner und die Gerlosstrasse. Zurück zur Tour .... wie gestern auch fuhren wir die Bundesstraße 165 über Mittersill in Richtung Zell am See. In Bruck an der Grossglocknerstrasse wurde uns klar, dass die Wettervorhersage an diesem Tag wohl leider stimmt. Es wurde zunehmend dunkler und ein Blick hinauf zum Glockner verhieß nichts Gutes. Aber wo wir schonmal hier waren ging es zügig hinauf zum Fuscher Törl. Viele Autohersteller nutzen den Grossglockner als Teststrecke für Fahr- und Bremstests, Erlkönige sind hier nicht selten zu sehen. Heute war ein Autobauer aus Wolfsburg unterwegs ...
Am Fuscher Törl angekommen konnten wir zunächst noch wie gewohnt unsere Fotos machen. Plötzlich und erwartet machten wir mit dem Bergwetter Bekanntschaft. Innerhalb von Minuten zog es sich dermaßen zu, dass Nebelscheinwerfer an unseren Bikes sinnvoll gewesen wären. Schnell machten wir uns auf und suchten das Weite. Die Fahrt nach Heiligenblut war extrem schwierig. Wie auf Schmierseife quälten wir uns bei sehr mäßiger Sicht hinab ins Tal, so bereitete der Grossglockner wirklich kein Vergnügen !
Ab Lienz ließ der Regen etwas nach und wir fuhren über die Felbertauernstraße zurück nach Mittersill. Der Felbertauern ist realtiv unspektakulär und ist wirklich nur zur reinen An- und Abreise geeignet. An den Krimmler Wasserfällen vorbei ging es wieder in unserer Hotel nach Zell am Ziller, wo bei einem leckeren Abendessen, Abendtrinken und einigen Knobelrunden der Tag abgeschlossen wurde.
[Diashow "Rossfeld-Panoramastraße & Grossglockner I"]
4.Tag *Namloser Tal*: 393 km
Zell am Ziller -> Innsbruck -> Seefelder Sattel ( 1185 m ) -> Scharnitzpass ( 995 m ) -> Mittenwald -> Walchensee -> Kesselbergstrasse ( 858 m )-> Kochelsee -> Oberau - Ammersattel ( 1082 m ) -> Reutte -> Berwanger Sattel ( 1346 m ) -> Namloser Tal ( 1360 m ) -> Hahntennjoch ( 1884 m ) -> Imst -> Innsbruck -> Ried im Zillertal -> Zell am Ziller
Am vierten Tag der diesjährigen Tour stand für uns Neuland auf dem Programm. Der Weg führte uns hinauf nach Tirol ins schöne Lechtal, nahe der deutschen Grenze. Zunächst mussten wir aber wieder aus dem Zillertal heraus und so machten wir uns zeitig auf den Weg in Richtung Innsbruck. Das erste Stück war nicht sehr schön zu fahren, die Autobahn war verstopft und voller Baustellen. Es dauerte einiges, bis wir endlich die Ausfahrt Zirl erreichten. Ein bißchen genervt legten wir in Seefeld eine Pause ein. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen konnten, nahm nach der Pause seinen Lauf: es wurde eine der schönsten Touren !
Über den Scharnitzpass gelangten wir nach Deutschland an den Walchensee. Der Ausblick auf den See ist einfach fantastisch. Hier hat der Tourismus noch nicht so zugeschlagen und man kann die unberührte Natur auf sich wirken lassen. Die Straße entlang des Ufers lädt zum fleißigen Kurvenschwingen ein, über die Kesselbergstrasse ging es weiter zum Kochelsee. Hier schlagen wir dann wieder den Weg Richtung Österreich ein. Über schön und flüssig zu fahrende Bundesstrassen erreichen wir den Plansee. Hier legten wir eine ausgiebige Rast ein, direkt am Ufer genossen wir die herrliche Landschaft und die Sonnenstrahlen.
Weiter ging es zum Berwanger Sattel, welcher den Einstieg ins Namloser Tal darstellte. Das Namloser Tal ist noch als Geheimtipp zu betrachten: Kurven ohne Ende und kaum Gegenverkehr. Ich ließ ordentlich die Rasten schleifen und genoss die Zweisamkeit mit meiner Dicken. Über das enge und kurvenreiche Hahntennjoch ging es dann zurück Richtung Imst. Das Hahntennjoch war der würdige Abschluss unserer Tagestour, auch hier herrschte kaum Verkehr, der Belag war einsame Spitze und die Kurven und Kehren ließen uns das Herz aufgehen. In Imst fuhren wir dann auf die A 12, welche uns zurück ins Zillertal brachte.
Heute wurden uns die Vor- und Nachteile des Zillertals verdeutlicht. Die An- und Abreise zu der jeweiligen Tour ist recht mühsam und eintönig. Dafür kann man vom Zillertal aus viele schöne Teile Österreichs und Bayerns erreichen. Wie zum Beispiel das Namloser Tal, denn die heutige Tour war trotz der Ab- und Abreise über die Autobahn ein Traum. Auch die Region rund um den Walchensee kann ich Euch nur ans Herz legen. Es müssen nicht immer die Pässe mit den "großen Namen" sein !
[weiter zum fünften Tag]




