Schwarzwald 2009
3.Tag *Rund um Todtnauberg*: 240 km
Todtnauberg -> Geschwend -> Präg -> Bernau -> Präg -> Geschwend -> Multen -> Münstertal -> Mittelheubronn -> Schönau -> Wieden -> Stohren -> Schauinslandstrasse -> Todtnau -> Feldberg -> Schluchsee -> Häusern -> Sankt Blasien -> Hintertodtmoos -> Präg -> Schlechtnau -> Todtnauberg
Für den heutigen Dienstag wurden im südlichen Schwarzwald teils heftige Regenschauer ab Mittags vorhergesagt.
Aus diesem Grund fuhren wir heute mehrere Schleifen rund um Todtnauberg, um - im Falle eines Falles - schnell wieder im Trockenen zu sein !
Zunächst sah es nicht nach Regen aus, und unbeschwert genossen wir die endlosen Kurven des Südschwarzwaldes. Nach der ersten Schleife bei Präg und Bernau schlugen wir den Weg zum Belchen ein. Ein Waldarbeiter sagte uns hier bei unserer Rast, dass es seiner Meinung nach heute kein Regen mehr gibt, sein Wort in Gottes Ohren !
So begaben wir uns also auf unsere zweite Schleife, durchs Münstertal und über Mittelheubronn erreichten wir Schönau im Schwarzwald. Von hier aus ging es wieder am Belchen vorbei, aber diesmal an der anderen Seite.
Die letzte Schleife die auf dem Plan stand war nichts anderes als die Schauinslandstrasse, auf der wir es ordentlich krachen ließen. Die Schauinslandstrasse ist eine 12 Kilometerlange Bergstrasse, die durch die legendären Bergrennen des ADAC bekannt wurde. Von 1923 bis 1984 wurde auf der serpentinenreichen Strecke das Schauinsland-Rennen in Form eines Einzelzeitfahrens ausgetragen.
Für uns sollte der Weg nun wieder zum Weilerhof gehen, aber am Himmel war noch keine dunkle Wolke erkennbar. Also wurde das Navi schnell mit Schleife Nummer 4 gespeist, als Ziel hatten wir uns den Schluchsee ausgesucht. In rasender Fahrt ging es die Schauinslandstrasse wieder hinauf und über Todtnau und den Feldberg kamen wir zügig an den Schluchsee.
Nach einer kurzen Pause am Ufer des größten Schwarzwaldsees ging es über Häusern, Sankt Blasien und Präg zurück nach Todtnauberg.
Ob Ihr es glaubt oder nicht, um 15.30 Uhr waren unsere Bikes wieder im Stall - innerhalb kürzester Zeit zog es sich zu und pünktlich um 16 Uhr begann der Regen !
Am Ende des Tages standen immerhin 240 Kilometer zu Buche und die Gewissheit alles richtig gemacht zu haben !
[ Diashow "Rund um Todtnauberg" ]
4.Tag *Nordschwarzwald*: 384 km
Todtnauberg -> Kirchzarten -> Sankt Märgen -> Furtwangen -> Triberg -> Wolfach -> Mummelsee -> Schwarzenbachtalsperre -> Freudenstadt -> Schiltach -> Sankt Georgen -> Schönwald -> Furtwangen -> Sankt Märgen -> Kirchzarten -> Todtnauberg
Über Nacht hatte es kräftig geregnet, die blonde Dame eines bekannten Nachrichtensenders sagte für den Südschwarzwald heute immer noch einige Schauer voraus !
Also entschieden wir uns kurzfristig beim Frühstück: Ab in den Norden !!!
Um es vorweg zu nehmen, es war die richtige Entscheidung. Von Regen keine Spur, nur die Fahrbahn war in Waldgebieten noch feucht, und somit war auch etwas Vorsicht geboten !
Den Streckenverlauf kannten wir ja schon vom letzten Jahr - wir hatten auch keinen Grund diesen zu ändern.
Er besaß alles was das Motorradfahrer-Herz höher schlagen lässt:
Kleine, enge Straßen mit unübersichtlichen Kurven; übersichtliche, sehr zügig zu fahrende Kurven, idyllische Ortsdurchfahrten und Fahren auf der gut ausgebauten Schwarzwaldhochstraße.
Die Tour führte uns hoch bis zur Schwarzenbachtalsperre, welche momentan aber saniert wird, daher ist die Staumauer auch nicht begehbar.
Die Schwarzenbachtalsperre ist ein beliebtes Naherholungsziel innerhalb des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord. Sie ist Ausgangspunkt für Wandertouren und bietet die Möglichkeit zum Baden, Angeln und Windsurfen. An der Staumauer befindet sich ein Hotel, in der Nähe ein Bootsverleih.
Für uns diente sie als Wendepunkt, über Freudenstadt, Sankt Georgen und Furtwangen ging es zurück zum Weilerhof.
Diese Nordschwarzwaldtour ist bedingungslos zu empfehlen, abends beim Schnitzel im Försterhaus bekamen wir das Grinsen immer noch nicht aus dem Gesicht !
[ Diashow "Nordschwarzwald" ]
5.Tag *Schweiz*: 423 km
Todtnauberg -> Geschwend -> Todtmoos -> Wehr -> Bad Säckingen -> Frick -> Aarau -> Beinwil am See -> Hochdorf -> Küssnacht - Vierwaldstätter See -> Altdorf -> Klausenpass ( 1952 m ) -> Glarus -> Lachen -> Zürichsee -> Zürich -> Klingnau -> Waldshut-Tiengen -> Sankt Blasien -> Geschwend -> Todtnauberg
Grüezi !
Unsere heutige Tour führte uns ins Land der Eidgenossen, in die schöne Schweiz !
Der Streckenverlauf konnte dem gestrigen in Sachen Kurven sicher nicht standhalten, aber über die Vorzüge des Vierwaldstätter Sees und der Schweizer Bergwelt muss ich wohl keine grossen Worte verlieren ...
Zunächst geht es aber durch den schönen und kurvenreichen Südschwarzwald, über Todtmoos und Wehr gelangten wir zum Grenzübergang in Bad Säckingen. Kaum war die Schweiz erreicht fing der Reservebalken meiner Dicken an zu blinken. Gut getimt, denn in der Schweiz kostet der Liter Superbenzin ja nur knapp über einen Euro. Schnell machten wir uns mit dem Tankautomaten vertraut und gaben unseren Bikes den nötigen Sprit !
Jaaa ich weiß - immer schön bei der Wahrheit bleiben. Also gut, eigentlich wollten wir in Bad Säckingen volltanken. Durch eine Umleitung kamen wir aber an keiner Tankstelle mehr vorbei und wurden auf direktem Weg in die Schweiz geschleust. Über den Spritpreis hatten wir uns auch in keinster Weise Gedanken gemacht, und mit dem Tankautomat standen wir anfangs auf Kriegsfuß. Zufrieden ???
Über Landstrasse ging es dann weiter in Richtung Aarau. Wie erwartet war diese Strecke nicht sehr spektakulär, aber das Auge fährt ja mit. Die nächste Station war der 8,4 Kilometerlange Hallwiler See. Touristisch ist dieser See ein beliebtes Ausflugsziel, denn zahlreiche Restaurants und Strandbäder säumen das Ufer. Entlang des gesamten Westufers verläuft die Seetalbahn, eine einspurige Eisenbahntrasse der Schweizer Bundesbahn.
Wir kamen zügig voran und näherten uns dem Vierwaldstätter See, unserem ersten grossen Ziel !
Irgendwie schien die Schweizer Regierung auch ein Konjunkturpaket II ausgeschüttet zu haben, denn nun begann die große Zeit der Baustellen.
Diese Baustellen entschuldigen natürlich nicht unser krasses und beschämendes Fehlverhalten gegenüber dem Staat. Eingekeilt zwischen LKW's mit sehr mässiger Sicht bog ich an einer Kreuzung nach Ansage meiner "Steffi" rechts ab. Was ich vorher nicht sehen konnte war, dass sich die Straße teilte und ich direkt auf die mautpflichtige Autobahn einfuhr. Da Drehen auf der Autobahnauffahrt nicht die allerstärkste Idee ist, fuhr ich unschuldig vor mich her flötend weiter. In der Schweiz gibt es ja nur die Jahres-Vignette und das Befahren mautpflichtiger Autobahnen ohne eben diese Vignette kann sauteuer werden, ein Unsinn gegenüber unschuldigen Tagesgästen wie wir es nunmal sind. Ich stellte mir gerade den hochroten Kopf meines Bruders vor und sah ihn unter seinem Helm schimpfend vor mir. Schmunzelnd fuhr ich weiter und nach nur 3 Kilometern verliessen wir umgehend diese Schnellstrasse.
Das Navi brachte uns schnell wieder in die richtige Spur, bei Küssnacht begann die Fahrt entlang des Vierwaldstätter Sees. Das Panorama war schon einzigartig, die Anreise hierhin hat sich gelohnt. Die nächsten 37 Kilometer führten direkt am Ufer des 112 qkm grossen Gewässers vorbei, wir genossen die einzigartige Bergwelt und die Farbspiegelungen des Vierwaldstätter Sees.
Bei Flüelen bogen wir links ab und unsere Fahrweise änderte sich schlagartig von touristisch auf sportlich, denn wir befanden uns auf der Auffahrt zum Klausenpass.
Der Klausen verbindet die Kantone Uri und Glarus und gilt aufgrund seiner Streckenführung als anspruchsvoll. Besonders Ehrfurcht einflößend sind die teilweise nicht vorhandenen oder sehr spärlichen Fahrbahnbegrenzungen. Zudem ist es an einigen Stellen recht eng, aber dank des mäßigen Verkehrs wird es kaum zu ernsthaften Problemen kommen. Im Gegenteil - auf vielen Streckenabschnitten gibt es sogar genug Zeit um die fantastische Landschaft zu genießen, ein paar kurze Fotopausen sind hier ein absolutes "must have".
Wie es sich für einen richtigen Motorradfahrer gehört hielten wir auf der Passhöhe an um ein amerikanisches Erfrischungsgetränk einzunehmen. Zielstrebig ging ich um Kiosk um dort aus allen Wolken zu fallen - dass was wir beim Tanken gespart hatten ging hier für das Getränk drauf. 6,30 € berappten wir für die 2 Getränke - ein echtes Schnäppchen !
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