Mosel 2002
Dauer der Tour: 2 Tage / Gesamtstrecke: 703 km
1.Tag: 356 km
Essen -> Velbert -> Sprockhövel -> Schwelm -> Radevormwald -> Wipperfürth -> Kierspe -> Meinerzhagen -> Listertalsperre -> Biggesee -> Waldbröl -> Ruppichteroth -> Eitorf -> AK Bonn/Siegburg -> Neuwied -> AK Koblenz -> Dieblich -> Brodenbach -> Treis-Karden -> Liesenich
In diesem Jahr feierten wir ein kleines Jubiläum: Unsere fünfte Motorradtour stand auf dem Programm, ob Petrus da ein Einsehen hat ? Weit gefehlt, schon beim ersten Öffnen des noch müden Augenlides zerschellten unsere Hoffnungen. So begann auch diese Tour mit dem gewohnten Ritual: Vollverkleidung ! Treffpunkt war diesmal eine Tankstelle in Essen-Schönebeck. Um acht Uhr standen dort zur Abfahrt bereit:
Yamaha XJ 600 S (Steffi); Honda CBR 1100 XX (Olaf ); Suzuki GSF 600 S (Andi & Anja); Honda CB 450 S (Norbert & Andrea) und Yamaha FJR 1300 (Dirk & Ulla).
In Essen-Kupferdreh sammelten wir noch Frank & Fury ein, Fury das ist seine BMW R1100 GS. Wie gewohnt führten uns die ersten Kilometer zur Wuppertalsperre nach Remscheid. Auf dem Weg dorthin durchfuhren wir Velbert, Sprockhövel, Schwelm, Wuppertal-Beyenburg und Radevormwald. Beim Frühstück wurde es recht ungemütlich, ein kurzer aber kräftiger Schauer prasselte auf uns herab. Um dem Regen zu entkommen, machten wir uns schleunigst auf den Weg zur zweiten Etappe. Über Bergisch-Born und Wipperfürth kamen wir nach Kierspe. Nun noch durch Meinerzhagen, und wir erreichten den ersten der unzähligen Stauseen, die das Sauerland zu bieten hat.
Die Straße an der Listertalsperre ist allerdings mit Vorsicht zu genießen. So schön die Kurven auch sind, der Belag ist hier und da nicht besonders gut und es besteht an einigen Stellen die Gefahr ausgehebelt zu werden. Wenn man allerdings konzentriert Motorrad fährt macht diese Strecke einen Heidenspaß. Kurz vor Sondern liegt links der Bikertreff "Bigge-Grill", welcher unser nächster Haltepunkt sein sollte. Ach ja, es folgt der Wetterbericht: Der Regen hatte tatsächlich aufgehört, aber der Himmel sah trotzdem nicht sehr zuversichtlich aus. So entschieden wir uns, unsere Regenbekleidung doch lieber noch anzulassen. Weiter ging es zunächst in Richtung A 45, bei Eichen bogen wir auf eine kleine, kurvige Nebenstrecke ab. Über Berlinghausen, Hespert und Reichshof stießen wir auf die B 256. In Waldbröl fuhren wir gerade auf die B 478, die uns direkt nach Ruppichteroth-Schönenberg zur "Grillstation" brachte. Vom Wetter gab es nichts Neues zu berichten, der Himmel gab uns kein eindeutiges Zeichen. Es regnete zwar immer noch nicht, aber da das nächste Teilstück durch viel Wald führte und die Fahrbahn garantiert noch sehr feucht war, ließen wir weiterhin unsere Verkleidung an.
Nach einem kleinen Imbiss ging es zunächst wie geplant weiter. Direkt hinter der Grillstation bogen wir links ab in Richtung Eitorf. Die Strecke bis zur nächsten Ortschaft ist wirklich sehr kurvig und die Gruppe wurde etwas auseinander gerissen. In Niederottersbach angekommen warteten wir auf Olaf und Steffi. Zunächst war das nichts ungewöhnliches, gerade nach einer Pause konnte was mit der Ausrüstung nicht in Ordnung sein. Aber es verging immer mehr Zeit, als dann ein Krankenwagen mit Martinshorn an uns vorbeischoss schauten wir uns entsetzt an. Jeder hatte sofort begriffen was passiert war. Andi und Ich, später auch Frank, machten uns sofort auf den Weg, die Frauen ließen wir besser im Ort zurück. Schon tauchte hinter uns ein Polizeiwagen auf, ich ließ diesen sofort passieren aber Andi heizte unbeirrt weiter. Erst nach einer "freundlichen" Durchsage der Beamten gab Andi klein bei. Nach einigen Kilometern wurden unsere Befürchtungen zur traurigen Gewissheit. Beim ersten Anblick stockte uns der Atem: 2 Polizei- sowie 2 Krankenwagen hatten schon ihre Arbeit aufgenommen. Als Steffi uns aber, auf dem Boden sitzend, zuwinkte, machte sich schnell Erleichterung breit. Wie sich später herausstellte, befanden sich die Wagen auf dem Rückweg eines Einatzes, so daß sie zum Unfallzeitpunkt genau an der Stelle vorbeikamen, welche Steffi zum Verhängnis wurde. Auf regennasser Fahrbahn rutschte ihr beim Anbremsen einer Kurve das Hinterrad weg und sie verlor die Kontrolle über die Diversion. Nach der Untersuchung im örtlichen Krankenhaus wurde Steffi sogar schon wieder entlassen und wir berieten unsere Vorgehensweise. Olaf fuhr nach Hause um den Wagen und dann Steffi abzuholen.
Wir hingegen machten uns auf den Weg zur Mosel, wo wir ja die Zimmer in Liesenich gebucht hatten. Übrigens, die Diversion war auch glimpflich davon gekommen, dies sei aber nur am Rande vermerkt. Alles in allem hat Steffi wirklich Glück gehabt! Wir fuhren in Hennef auf die A560 um am Kreuz Bonn/Siegburg auf die A3 abzubiegen. Das Wetter passte sich unserer Gemütslage an: es regnet wie aus Kübeln. Über die A48 und die A61 gelangten wir nach Dieblich. Der Regen hörte nicht wirklich auf und ohne größere Pausen spulten wir die restlichen Kilometer ab. Wir fuhren auf die B49 entlang, heute hatten wir aber keine Augen für diese schöne Landschaft. Orte wie Niederfell, Alken und Brodenbach ließen wir schnell hinter uns. In Treis-Karden verließen wir die Bundesstraße und fuhren nach Liesenich.
Es war schon fast 19.00 Uhr als wir endlich das Gasthaus Moselhöhe erreichten. Nach einer kurzen Dusche trafen wir uns im Lokal und ließen den Abend ruhig ausklingen. Nach Abfeiern war uns heute allerdings nicht zumute ....
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