Kärnten 2011


Dauer der Tour: 8 Tage / Gesamtstrecke: 3673 km
gefahrene Kilometer mit dem Auto: 1909
gefahrene Kilometer mit dem Motorrad: 1764


Wie steht es hier so schön auf meiner Startseite: " Mensch und Maschine, Natur und Technik - alles wird eins ! " Dass ich nicht lache - aber das stammt ja nicht von mir, sondern von dem Poeten Hubert Hirsch. Vielleicht ist ja doch was dran ...

1.Tag *Anreise mit dem Auto*: 949 km
Essen -> Wuppertal -> Köln -> Frankfurt -> Würzburg -> Nürnberg -> München -> Salzburg -> Tauerntunnel -> Lendorf -> Greifenburg -> Kreuzfeldsattel -> Weissbriach


Sonntag, 03.07.2011

“The same procedure as every year” – schon am Vorabend wurden die beiden Hauptdarsteller, Frank’s BMW R1100GS und meine Yamaha FJR1300 auf den Motorradanhänger geschnallt.

Pünktlich um 5 Uhr ging es los – hatten wir doch fast 1000 km vor der Brust. Diesmal war Weissbriach am Weissensee Start-und Zielpunkt unserer Touren. Eingemietet hatten wir uns bei Greetje und Meine Groen, die nicht nur das schöne Domizil mit dem Namen „Grüner Spaß“, sondern auch die einzige ortsansässige Tankstelle im Ort betreiben.
Ihr ahnt es kaum, aber dies wird im weiteren Verlauf meines Berichtes noch wichtig sein.

Ingesamt hatten wir 13 Stunden eingeplant, spätestens um 18 Uhr wollten wir also in Kärnten sein. Für diese weite Strecke wählten wir bewusst den Sonntag als Anreisetag, da ja bedeutend weniger Lastkraftwagen unterwegs sind, obwohl …. manchmal beschleicht einen der Eindruck, dass jeder der eine Minibar oder Kühltasche an Bord hat eine Ausnahmegenehmigung bekommt.

Wie dem auch sei, wir kamen gut voran und gönnten uns erstmal ein ausgiebiges Frühstück. Gut gestärkt ging es auf die nächsten Etappen ... dann das erste Schockerlebnis:
Mein Garmin Zumo, seines Zeichens Navigationsgerät, verweigerte plötzlich seinen Dienst. Nun ja, nach Österreich finden wir auch so, nur waren da auch sämtliche Motorradtouren der nächsten Tage gespeichert. Leichte Hektik kam auf, denn unser herkömmliches Kartenmaterial lag wohlbehütet zuhause in der Schublade.
Zum Glück waren wir für ( fast ) jeden Fall gewappnet und mit einem 2er-Inbusschlüssel konnte ich das Akku ziehen und wieder einsetzen.
Und siehe da …. Willkommen zurück Garmin Zumo ! Das erste Technikproblem war gelöst, ob es unser einziges blieb ?

Die restliche Anreise verlief ohne weitere Probleme und Stau. Zwar meldete der Hubschrauberpilot von Antenne Bayern exklusiv und brandaktuell einen Stau auf der A99, nur wo dieser sein sollte entschloss sich unserer Kenntnis. Gut 11 Stunden und 950 km nach dem Start in Essen erreichten wir das schöne Gitschtal.

Schnell waren die Bikes in der Garage untergebracht und wir kümmerten uns um unser leibliches Wohl.


2.Tag *Pragser Wildsee*: 281 km
Weissbriach -> Greifenburg -> Drautal -> Oberdrauburg -> Gailbergsattel -> Kötschach-Mauthen -> Lesachtal -> Kartischer Sattel -> Sillian -> Dobbiaco -> Pragser Wildsee -> Rasun di Sopra -> Antholz -> Staller Sattel -> Sankt JaKob in Defereggen -> Huben -> Lienz -> Oberdrauburg -> Greifenburg -> Weissbriach


Montag, 04.07.2011

Nachdem wir uns im einzigen Supermarkt des Ortes die nötigen Utensilien für unseren Kühlschrank besorgt haben, gingen wir kurz nach Zehn auf unsere erste Ausfahrt.
Zum Einrollen wählten wir eine gemütliche Route die uns u.a. zum Pragser Wildsee nach Italien führte.
Direkt nach Weissbriach war gemütliches Einschwingen aber fehl am Platz, denn der Weg Richtung Weissensee und Greifenburg war sehr kurvenreich und überzeugte mit geringem Verkehrsaufkommen. Somit können wir mit Fug und Recht behaupten, dass es Fahrspaß von der allerersten Minute war.
Durchs Drautal ging es nach Oberdrauburg, wo der kleine, aber sehr feine Gailbergsattel auf uns wartete. Leider ist die Straße Richtung Kötschach-Mauthen mitunter stark befahren, Fahrspass kommt also nicht immer auf. Wir entschieden uns kurzerhand auf der "Passhöhe" zu einer Kehrtwende und nahmen einen neuen - diesmal fantastischen Anlauf über den Gailbergsattel. Auf der Abfahrt nach Mauthen dann das erste Schockerlebnis der diesjährigen Motorradwoche. Direkt hinter einer Kurve - ziemlich uneinsehbar - "parkte" ein Kleinwagen der ortlichen Gendamerie.
Also erstmal die Bremsen qualmen lassen und die Lage peilen was so passiert war. Ganz gemächtlich krabbelte ein Angesteller des Staatsdienstes aus der Botanik und schnürte sich dabei seine Hose zu. Pinkelpause war also angesagt, und dass mitten auf der Abfahrt des Gailbergsattels. Wie heißt es so schön - "Auf Streife mit der Wirklichkeit" - es menschelt also doch bei der österreichischen Polizei ! Kopfschüttelnd und zugleich schmunzelnd setzen wir unsere Fahrt fort, irgendwie musste Frank jetzt aber auch zur Toilette !

Weiter ging es durch das schöne Lesachtal und dem Kartischen Sattel Richtung Südtirol. Der Prager Wildsee sollte unsere nächste Station sein, zuletzt waren wir 2005 hier und hatten den See als idyllischen Geheimtipp in Erinnerung. Kinder wie die Zeit vergeht .... das tolle Fleckchen Erde war nicht wiederzuerkennen, Volksfeststimmung pur ! Mit einem beklemmenden Gefühl machten wir uns vom Acker, aber irgendwie trugen wir ja zu diesem Tourismuswahn bei.

Am Antholzer See machten wir eine Pause - Grund dafür war die allseits bekannte Ampelregelung des Staller Sattels ! Das Wetter zog sich zu und wir befürchteten direkt am ersten Tag nass zu werden.
Der Staller Sattel ist natürlich toll zu fahren - hier kann man es ordentlich fliegen lassen, denn mit Gegenverkehr ist eigentlich nicht zu rechnen. Eigentlich - denn für die größte Plage in den Bergen scheinen Ampeln nicht zu gelten. So musste sich der ein oder andere Radfahrer in die Wiese retten - denn die Gruppe Bikes schoss ziemlich humorlos hinauf Richtung Österreich !

Über Lienz und Oberdrauburg fuhren wir zurück ins Gitschtal, den geplanten Abstecher zum Weissensee haben wir ob der unsicheren Wetterlage ausgelassen. Nach 280 trockenen Kilometern erreichten wir wieder Weissbriach und liessen die Tour feucht-fröhlich Revue passieren !


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