Alpen / Dolomiten 2003

Dauer der Tour: 7 Tage / Gesamtstrecke: 2995 km

1.Tag *Anreise*: 732 km
Essen -> Breitscheid -> Köln -> Neuwied -> Limburg -> Frankfurt -> Offenbach -> Seligenstädter Dreieck -> Würzburg -> Nürnberg -> Neufahrn -> München-Ost -> Bernau am Chiemsee -> Inntal -> Grassau-Weiher

Nach dem Unfall meines Bruders im April bedarf es etliche Anstrengungen die "Q" wieder hinzubekommen. Erst am Vorabend der Tour stand es fest: Frank ist dabei. So starteten wir am Samstag, den 31.Mai wieder in kompletter Besetzung: Frank (BMW R 1100 GS); Olaf (Honda CBR 1100 XX); Ati (Suzuki Bandit 1200 S) und natürlich meine Wenigkeit (Yamaha FJR 1300).
Heute stand ein reiner Autobahntag an, Ziel war Grassau am Chiemsee. Also, diesen Urlaub hatten wir uns nach den aufregenden letzten Wochen redlich verdient. Zunächst fuhren wir in Essen-Haarzopf auf die A 52, um am Kreuz Breitscheid auf die A 3 abzubiegen. Über Leverkusen, Köln und Frankfurt erreichten wir schnell den Spessart. Hier war dann das "Verkleiden" angesagt. Während wir die nächsten Kilometer der A 3 unter unsere Räder nahmen, versuchte ich mich daran zu erinnern, wann ich das letzte Mal den Spessart und Würzburg im Trockenen gesehen habe, es fiel mir aber nicht mehr ein. Am Kreuz Nürnberg ging es auf die A 9 in Richtung München. Endlich, die Schauer klangen ab und da es recht warm war, zogen wir die Regenklamotten wieder aus und verstauten sie, zum hoffentlich letzten Mal, im Tankrucksack. Weiter ging es über die A 9 bis zum Kreuz München-Nord. Dort bogen wir ab auf die A 99 um beim Kreuz München-Brunnthal auf die A 8 in Richtung Salzburg zu wechseln. In Bernau am Chiemsee verließen wir die Autobahn, über die B 305 gelangten wir nach Grassau. Erschöpft, aber glücklich erreichten wir das Gasthaus Kampenwand in Grassau-Weiher.
Nach guter Tradition genossen wir im Biergarten die Sonnenstrahlen und regelten den Flüssigkeitsausgleich.

[Diashow "Die Anreise"]

2.Tag *Großglockner*: 253 km
Grassau -> Marquartstein -> Unterwössen -> Reit im Winkl -> Schneizlreuth -> Steinpass -> Kniepass -> Lofer -> Saalfelden am Steinernen Meer -> Zell am See -> Bruck an der Großglocknerstraße -> Großglockner Hochalpenstraße -> Winklern -> Iselsbergpass -> Gailbergsattel -> Kötschach-Mauthen

Gut erholt und putzmunter gingen wir die erste Bergwertung an. Der Weg führte uns heute über den Großglockner nach Kötschach-Mauthen. In Grassau fuhren wir auf die B 305, über Marquartstein, Unterwössen, Reit im Winkl und Schneizlreuth erreichten wir die österreichische Grenze. Hier warteten der Steinpass und der Kniepass auf uns, nur wir erkannten nicht wo. Beide sogenannten Pässe bestanden nur aus einem Stückchen Bundesstraße. Wahrscheinlich verloren hier Herr Stein und Frau Knie ihre Pässe, anders kann ich mir die Namensgebung nicht erklären :-)
Wir blieben auf der B 311 und durchfuhren Orte wie Lofer, Sankt Martin und Saalfelden am Steinernen Meer. Die Bundesstraße war recht voll und wir befürchteten für den Großglockner das Schlimmste. Über Zell am See und Bruck an der Großglocknerstraße kamen wir unserem Ziel immer näher. Kurz hinter Fusch waren an der Mautstation Ferleiten erst einmal 17 Euro fällig. Aber ich bleibe bei meiner Meinung daß sich, besonders bei diesem schönen Wetter, jeder Cent lohnt. So ging es den Großglockner hinauf und wir stellten zu unserer Überraschung fest, daß hier echt nicht viel los war. Das Fuscher Törl, die Edelweißspitze, das Hochtor und die Franz-Josephs-Höhe muß man einfach mal gesehen haben. Die Großglockner-Hochalpenstraße ist eine gelungene Kombination aus engen Kehren und schnellen Kurven. Lediglich in Kurven mit Schmelzwasser und bei der Auffahrt zur Edelweißspitze ( 2571 m ) ist erhöhte Vorsicht angesagt.
So, nun aber genug geschwärmt, hinter Heiligenblut verließen wir die Straße durch die Mautstation. Wer nun noch Zeit übrig hat, sollte einfach drehen und den Glockner nochmal genießen. Wir hingegen fuhren weiter auf der B 107 in Richtung Winklern. Über den Iselsbergpass ( 1204 m ) und der B 100 erreichten wir Oberdrauburg. Hier bogen wir rechts auf die B 110. Klein aber fein, treffender kann man den nun folgenden Gailbergsattel nicht beschreiben. Die Paßhöhe liegt lediglich bei 982 m, aber diese zügigen Wechselkurven machen einfach Spaß. Nun ging es hinab nach Kötschach-Mauthen, wo in der Gästepension Lipicer schon kalte Getränke auf uns warteten. Mit gutem Essen und einigen Bierchen rundeten wir diesen perfekten Tag ab.

[Diashow "Grossglockner"]

3.Tag *Mauthen - Arabba*: 252 km
Kötschach -> Gailbergsattel -> Oberdrauburg -> Lienz -> Huben -> Sankt Jakob in Defereggen -> Staller Sattel -> Rasun di Sopra -> Toblach -> Sant-Angelo-Pass -> Passo Tre Croci -> Cortina D'Ampezzo -> Passo di Giau -> Caprile -> Palue -> Passo di Fedaia -> Canazei -> Passo Pordoi -> Arabba

Nach einer kurzen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück ging es bei herrlichem Wetter wieder frühzeitig los. Heute sollte uns der Weg nach Südtirol führen. Zunächst ging es über den allseits beliebten Gailbergsattel und Oberdrauburg zurück nach Lienz. Über Huben und Sankt Jakob in Defereggen erreichten wir schnell unser erstes Ziel, den Staller Sattel. Da die enge Südrampe nur einspurig zu befahren ist, mußten wir eine Zwangspause einlegen um auf die grüne Ampel zu warten. Der Verkehr wird, aus Huben kommend, immer zur vollen Stunde bis Viertel nach freigegeben, aus der Gegenrichtung kommend dementsprechend von Halb bis Viertel vor. So hatten wir einige Minuten die Gelegenheit das tolle Panorama direkt an der italienischen Grenze zu genießen.
Je näher der Zeiger auf die volle Stunde rückte, umso hektischer wurde das Treiben an der Ampel. Motorradfahrer und Renter versuchten gleichzeitig sich in die beste Position zu bringen. Wir hingegen genossen unser Leben und fuhren kurz erst vor der Schließung los. Wer jetzt dachte, ohne Gegenverkehr könne man zügig hinab fahren, der war schief gewickelt. Die enge, unübersichtliche Straße lud nicht gerade zum Heizen ein, die schlechte Fahrbahn tat ihr übriges. Weiter ging es über Antholz, Rasun di Sopra und Toblach. Nach dem Sant-Angelo-Pass, mit seiner Passhöhe von 1756 m, legten wir am Misurina-See unseren nächsten Stop ein. Von hier aus hatten wir den besten Blick auf die berühmten Drei Zinnen, und leider auch auf die sich nähernden, dunklen Wolken. Über den Passo Tre Croci, der nicht wirklich spektakulär ist, ging es hinab nach Cortina D'Ampezzo. Der Verkehr hier war wieder mal echt chaotisch, Kreisverkehr ohne Ende und Beschilderung Mangelware. Irgendwie gelang es uns trotzdem Richtung Pocol abzubiegen.
Als nächstes Highlight stand nun der Passo di Giau an. Unzählige Kurven und Kehren führten uns hinauf auf 2230 m Höhe. Allerdings machte die Auffahrt nicht viel Spaß, zu schlecht und dreckig war die Fahrbahn. Nun stand der Ort Caprile auf unserer Wegliste, von hier aus war es nicht mehr weit zum Passo di Fedaia. Der Fedaia hatte einiges zu bieten, sehr schön angelegte Kehren und besonders reizvoll war der Sessellift der uns ein Stück des Weges begleitete. In Canazei war nun Tanken angesagt, eigentlich keiner Erwähnung wert, aber hier in Italien ist alles anders. Der Tankwart saß gelangweilt vor seiner Zapfsäule und wartete selber sehnsüchtig auf Benzin. Sachen gibt's, aber schließlich wurden wir dann doch noch fündig. Der letzte Anstieg für heute war der Passo Pordoi, mit seiner Paßhöhe von 2239 m ist er übrigens die höchste Passstraße in den Dolomiten. Natürlich war hier auf der bekannten Sella-Runde etwas mehr Verkehr, aber das beeinträchtigte den Fahrspaß überhaupt nicht. Allein die Abfahrt nach Arabba beinhaltet 33 Kehren, der passende Abschluß eines schönen Tages. In Arabba angekommen, stellten wir unsere Maschine schnell in die Tiefgarage des Albergo Pordoi, denn kurze Zeit später gab sich das angekündigte Gewitter die Ehre......aber da ließen wir es uns schon bei Halbpension und Halben Litern gut gehen.

[Diashow "Der Weg in die Dolmiten"]

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