Alpen / Dolomiten 2002

Dauer der Tour: 8 Tage / Gesamtstrecke: 3075 km

1.Tag *Anreise*: 760 km
Essen -> Köln -> Limburg -> Wiesbaden -> Darmstadt -> Heidelberg -> Karlsruhe -> Stuttgart -> Ulm -> Kempten -> Füssen -> Reutte -> Heiterwang -> Fernpass -> Nassereith -> Imst -> Mils -> Zams -> Landeck -> Pfunds

Als ich am Samstag, den 25.Mai um 03.45 Uhr aus meinem Schlaf gerissen wurde, war es endlich soweit: URLAUB !!! Unsere Tour in die Berge stand bevor, 8 Tage durch die Gegend düsen und Pässe sammeln ... Um halb Fünf ging es los, mit von der Partie waren: Frank (BMW R 1100 GS); Olaf (Honda CBR 1100 XX); Andreas, im folgenden Ati genannt (Suzuki Bandit 1200 S) und natürlich Ich (Yamaha FJR 1300). Zunächst fuhren wir in Essen-Haarzopf auf die A 52, um am Kreuz Breitscheid auf die A 3 abzubiegen. Mittlerweile zogen dunkle Wolken auf, so daß wir unsere "Verkleidung" anzogen. Die A 3 verließen wir erst am Mönchhofer Dreieck wieder, um über die A 67 auf die A 5 zu gelangen. Dieses Jahr schienen wir Glück zu haben, der Himmel entleerte sich immer kurz vor uns, so bekamen wir lediglich nasse Straßen ab. Wir kamen zügig voran und erreichten schnell das Autobahnkreuz Karlsruhe, wo wir den Asphalt der A 8 unter unsere Räder nahmen.

Beim Kreuz Ulm-Elchingen bogen wir ab auf die A 7. Unsere Ausfahrt war Oy-Mittelberg und über Nesselwang und Pfronten ging es nach Füssen. Durch den Grenztunnel hindurch kamen wir nach Österreich. Das Wetter war so gut, die Verkleidung konnten wir nun endlich ablegen und die ersten Eindrücke der Berge genießen. Über den Fernpaß und Nassereith kamen wir nach Imst. Der Fernpass hat eine Paßhöhe von 1209 m und ist leider sehr stark befahren, da diese Straße als Hauptanreisestrecke gilt. Um uns das Pickerl zu ersparen, ging es über die B 171 nach Landeck. 30 km vor unserem Zielort machten wir mit dem Bergwetter Bekanntschaft. Innerhalb weniger Minuten goß es aus allen Kübeln. Naß, aber glücklich erreichten wir den Gasthof Traube in Pfunds.

[Diashow "Die Anreise"]

2.Tag *Tiroler Kurven*: 305 km
Pfunds -> Landeck -> St. Anton am Arlberg -> Arlbergpass -> Flexenpass -> Lech -> Hochtannbergpass -> Damüls -> Furkajoch -> Rankweil -> Thüringen -> Fontanella -> Faschinajoch -> Au -> Hochtannbergpass -> Lech -> Flexenpass -> Arlbergpass -> St. Anton am Arlberg -> Landeck -> Pfunds

Gut erholt von der langen Anreise ging es nun auf unsere erste Rundfahrt. Da die Silvretta-Hochalpenstraße noch gesperrt war, mußten wir ein wenig improvisieren. Einige Pässe fuhren wir sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg. Aber Leute, ihr könnt mir glauben, unserem Spaß stand trotzdem nichts im Wege. Bei sehr gutem Wetter brachen wir in Richtung Landeck auf. In Landeck ging es auf die B 171 nach Pians. Dort angekommen, fuhren wir auf der B 316 über Flirsch, Schnann, Pettneu nach Sankt Anton am Arlberg. Durch den berühmten Skiort hindurch erklommen wir den Arlbergpass. Er beinhaltet eine Streckenlänge von 39 km und zeichnet sich durch einen guten Belag und sehr schöne, flüssig zu fahrende Kurven aus. Weiter ging es über den eher langweiligen Flexenpass nach Warth. Dort bogen wir links auf die B 200 und kamen über den Hochtannbergpass nach Au. Der Hochtannbergpass machte einfach Spaß, einige Kehren und ansonsten viel zum "Wedeln". Bei Au hielten wir uns links auf der B 193, und über Damüls erreichten wir das Furkajoch.

Riesige Schneefräsen haben uns hier den Weg freigemacht, denn das Furkajoch war erst einige Tage offen. Bei fast keinem Verkehr bereitete es uns eine Riesengaudi die engen Trassen hochzujagen. Nach einem heißen Kaffee ging es über Rankweil, Satteins und Bludesch nach Thüringen weiter. Wir bogen ab auf die B 193, die Faschinastraße, wo wir hinter Fontanella das Faschinajoch auf einer Höhe von 1486 m erreichten. Wenn hier mal keine Geschwindigkeitsbegrenzung vorlag, flogen wir die engen Kurven nur so hinauf. Nach einer kurzen Rast, und einem Apfelstrudel im Gasthof Sonnenkopf, fuhren wir über die uns schon bekannte Strecke nach Pfunds. Au, den Hochtannbergpass, den Flexenpass sowie den Arlbergpass ließen wir schnell hinter uns und erreichten über St. Anton und Landeck wieder unseren Gasthof Traube, wo schon leckeres Essen und Weizenbier auf uns wartete.

[Diashow "Tiroler Kurven"]

3.Tag *Schweiz*: 160 km
Pfunds -> Finstermünzpass -> Nauders -> Reschenpass -> Graun im Vinschgau -> St. Valentin -> Mals -> Müstair -> Ofenpass -> Zernez -> Susch -> Ardez -> Crusch -> Martina -> Norberthöhe -> Nauders -> Finstermünzpass -> Pfunds

Über Nacht hatte es kräftig geregnet, trotzdem entschieden wir uns die Tour wie geplant anzugehen. Anfangs sah es garnicht so schlecht aus, der Regen ließ nach und wir starteten über den Finstermünzpass (1188 m) nach Nauders. Wir befuhren den Reschenpass und waren schon in Italien, hier mußte das Wetter doch langsam besser werden... Der Reschenpass mit einer Höhe von 1508 m hatte einen ausgezeichneten Belag, und beinhaltete auf einer Länge von 26 km perfekt einzusehende Kehren. Den ersten Halt machten wir in Graun im Vinschgau. Hier steht das Wahrzeichen der Region: Der versunkene Kirchturm im Reschensee. Nach einer kleinen kulturellen Einheit ging es über St. Valentin, Mals und Rifair weiter in Richtung Schweiz. Der Regen kannte keine Gnade und prasselte unaufhörlich auf uns herab.
Bei Müstair kamen wir über die Grenze und befanden uns fortan im Land der Eidgenossen. Der Weg führte uns direkt den Ofenpass (2149 m) hinauf. Nun war es an der Zeit einzusehen, daß heute kein Tag zum Motorradfahren war. Der Regen nahm zu und zudem zog sehr starker Nebel auf. Das Paßhäuschen vom Ofenpass war nicht zu erkennen und wir entschlossen uns, den direkten Weg zurück zu nehmen. Der Flüelapass, und der Albulapass müssen nun noch ein Jahr länger auf uns warten. Über Zernez, Susch, Martina und die Norberthöhe (1461 m) ging es zurück nach Nauders. Die Norberthöhe bestand aus einigen wirklich schönen Kehren, die bei dieser Witterung allerdings "wie auf rohen Eiern" befahren wurden. Über den Finstermünzpass erreichten wir Pfunds und widmeten uns der Wirtschaft, genauer gesagt, der Gastwirtschaft.

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